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Prüfung bei der BNetzA in Dresden

Auf dem OV-Abend am 16.11.2011  unterhielt ich mich mit Werner über die Amateurfunkprüfung zur Klasse E, die ich eine Woche vorher bestanden hatte. Werner hat seine Prüfung 1957 abgelegt. Er war für ihn interessant zu hören, wie es nun mehr als 50 Jahre später abläuft. Er bat mich, einen kleinen Bericht für die OV-Seite zu verfassen. Vielleicht interessiert das Thema ja auch noch andere OM, bei denen die Prüfung lange zurückliegt.

 

Als ich zum OV S06 kam, war eine der ersten Fragen, die ein OM stellte: „Aber du willst doch nicht ewig SWL bleiben oder?“  Eigentlich kann man das Hören auf Kurzwelle durchaus als eigenständiges und ausfüllendes Hobby sehen, denn es hat seinen eigenen Reiz und man kann auch die Empfangstechnik nahezu endlos verfeinern.  Mit der Zeit wird man aber dennoch neugierig, wie das ist, auch mal ein QSO zu fahren.

 

So habe ich mich erst mal umgesehen, was denn für die Amateurfunkprüfung heutzutage so gefordert wird. Im Internet wird man schnell fündig. Die BNetzA  hat ihren gesamten Fragenkatalog in allen drei Prüfungsbereichen Technik, Betrieb und gesetzliche Grundlagen ins Netz gestellt. Die richtigen Lösungen sind  auch dabei, in den veröffentlichten BNetzA-Katalogen ist es immer Antwort A, bei der Prüfung werden die Antworten dann  besser gemischt.. Auch sonst findet man reichlich Hilfestellungen. OM Moltrecht, DJ4UF, bietet auf seiner Webseite www.amateurfunkpruefung.de komplette Online-Kurse an. Der DARC vermittelt auf Wunsch Betreuer, die per E-Mail erreichbar sind.  Auf  http://www.afup.a36.de gibt es die Online-Prüfung zum Trainieren. Die ausführlichen Lösungswege zu den Technikfragen hat DL9HCG unter  http://www.dl9hcg.a36.de/lichtblick.html  ins Netz gestellt.. Man muss sich eigentlich nur hinsetzen, lernen, dann trainieren und zur Prüfung gehen.

 

So hab ich also mit den Betriebsfragen und Technikfragen begonnen. Die Betriebsfragen machen einem langjährigen SWL kein Problem. Bei den Technikfragen wachte nach und nach die Schulphysik im Gedächtnis  wieder auf und was noch fehlte, brachte der Onlinekurs. Sperrig erwiesen sich anfangs die Rechtsfragen. Wenn man aber erst einmal die Amtssprache der BNetzA kennen gelernt hat, wird auch das einfacher. So ist eben eine Bake in den zu beherrschenden Gesetzespassagen  niemals eine „Amateurfunkstelle“ sondern immer eine „Amateurfunksendeanlage“, was ja auch logisch ist, denn den rx braucht man beim Bakenbetrieb nicht. Die restlichen Klippen und Fangfragen schleift schließlich das Online-Training ab. Am Ende macht das Training Spaß. So habe ich mich bald bei der BNetzA nach Prüfungsterminen  erkundigt.

 

Die Kollegen des Standortes Dresden der BNetzA bieten derzeit ca. alle drei Monate einen Prüfungstermin an. Das Formular zur Anmeldung kam per E-Mail sofort und die Einladung zur Prüfung rechtzeitig.

Schwierigstes Problem bei der Prüfung in der BNetzA in der Semperstraße in Dresden war zunächst die Parkplatzsuche.  Zur Prüfung im freundlichen Konferenzraum hatten sich 15 Personen angemeldet (der Raum war ausgebucht), 13 waren erschienen. Darunter waren 4 Kinder mit ihrem Betreuer, 3 Jungen und ein Mädchen, alle ca. 12 Jahre alt. Der Rest überwiegend  „gehobenes Mittelalter“. Alle Plätze waren bereits mit Namensschild versehen und die Prüfer bemühten sich, die Nervosität durch Ruhe, Freundlichkeit sowie durch Tipps zur rationellen Vorgehensweise zu dämpfen.

Nachdem die Personalausweise geprüft waren und ein Blick auf die mitgebrachten Taschenrechner geworfen war (Taschenrechner mit Textspeicher sind nicht erlaubt.), wurde die erste Mappe mit den Technikfragen, das zugehörige Antwortblatt zum Ankreuzen und die Formelsammlung der BNetzA verteilt. Nachdem die 32 Fragen beantwortet waren, wird die Fragemappe gegen die Fragemappe zum Betrieb getauscht und man bekommt ein neues Antwortblatt. Dasselbe noch einmal für die Fragen zu den gesetzlichen Grundlagen und dann ist man durch. Für alle 102 Fragen hat man 3 Stunden Zeit. Selbst wenn man alle Fragen abschließend noch mal durchgeht und kontrolliert, dass man nichts falsches angekreuzt hat, sollte bei der Klasse E eine  Stunde ausreichen.  Die Auswertung passiert direkt und sofort nach der Abgabe der Bögen am Tisch der Prüfer. Man muss nach Abgabe aller Antwortbögen nicht lange warten.. Dann wird man hinausgebeten, erfährt das Prüfungsergebnis und erhält mit einem Glückwunsch das vorbereitete Amateurfunkzeugnis. Praktischerweise kann man gleich noch den Zulassungsantrag und den Rufzeichenwunsch ausfüllen und abgeben. Und auch hier erwies sich die BNetzA in Dresden als schnelle Truppe. Mittwoch abends beantragt, war die Zulassungsurkunde am Samstag im Briefkasten.

 

Das Ergebnis der drei Jungen und des Mädchens habe ich leider nicht erfahren. Sie  haben länger gebraucht und haben wohl mit den gesetzliche Grundlagen ihre Schwierigkeiten gehabt. Ich hoffe sehr, dass sie es auch geschafft haben.

 

Fazit: Die Amateurfunkprüfung ist nicht so schwer, wie man es sich anfangs vorstellt. Das Internet bietet sehr viele Hilfestellungen und vor allem die  oben zitierten OM haben sich dabei sehr engagiert.  So habe ich jetzt das SWL Kennzeichen DE2MZW gegen DO2MZW getauscht. Wenn nun einer wieder fragt : „Aber du willst doch nicht ewig als DO mit Frequenzbeschränkungen leben, oder?“, dann würde ich antworten: „QSL Karten für DO zu drucken, lohnt eigentlich nicht so recht.“

 

Ich lerne also weiter zum „Aufstieg“ in die A-Klasse.

 

 Matthias Zwoch / DO2MZW

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