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Der Funkwetterbericht vom  17. Dezember 2019, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

 

Jahresrückblick 2019

Der Zustand der Ionosphäre im Jahr 2019 war durch das nahe Minimum des 24. Sonnenfleckenzyklus geprägt. Die Grafiken bei www.solen.info/solar zeigen, dass die Sonnenaktivität seit Anfang des Jahres auf konstant niedrigem Niveau lag  [1]. Der solare Flux zwischen 66 bis 74 Fluxeinheiten im Jahresverlauf repräsentierte insgesamt 19 Sonnenflecken. An 77 Prozent der 365 Tage zeigte sich die Sonnenscheibe blank. Dagegen wehte oft intensiver Sonnenwind für den die insgesamt 45 koronalen Löcher ursächlich waren. In einigen positiven Phasen, nämlich bevor das Erdmagnetfeld auf die Partikel des Sonnenwindes reagierte, erfreuten uns hin und wieder kurzzeitige gute Öffnungen aller Kurzwellenbänder. Danach folgten stets einige Tage mit schlechten Ausbreitungsbedingungen. Die Ionosphäre war immer präsent und DX-tauglich, was unzählige FT8-Verbindungen  belegen. Nur die ionosphärische Dämpfung war meist  viel zu hoch, um in CW, SSB oder RTTY vergleichbare QSO´s tätigen zu können. Bis Ende Mai gab es nur sporadisch DX-Verbindungen auf den Bändern über 20 Meter. Zum WPX CW Contest waren auf 15 Meter  QSOs mit Japan und Nordamerika möglich. Das 6-Meterband  öffnete via „Sporadic E“  bis nach EA8. Es folgten die Monate Juni und Juli als typisches „Sommerloch“ mit hoher Tagesdämpfung. Die sporadische E-Schicht erschien aber weniger oft gut ausgeprägt als in den vergangenen Jahren. Mitte August zum WAE CW Contest waren alle Bänder, kurzzeitig auch 10 Meter, brauchbar. Am 15. September war für einige DLs via „Tropo“ auf 2 Meter CU3EQ auf den Azoren erreichbar, eine große Überraschung [2]! Drei Wochen vor und nach dem Herbstanfang herrschten auf 40 und 20 Meter fast an jedem Morgen stabile Bedingungen in den pazifischen Raum. Zum WAG-Contest stieg die 3000 km MuF bis fast 25 MHz und bescherte bei ruhiger Geomagnetik  gute Ausbreitungsbedingungen. Die an manchen Tagen hohen Grenzfrequenzen der F2-Schicht trotz ruhiger Sonne erfreuten uns noch  Ende Oktober beim SSB-Teil des CW WW Contests. Beim CW-Teil einen Monat später ging auf 10 Meter vergleichsweise nichts mehr. Auch im ARRL 10 Meter Contest im Dezember war 10 Meter nicht DX-freundlich.

Wer aktiv war, erwischte viele unerwarteten Bandöffnungen, manchmal sogar um Mitternacht auf 20 Meter. Das Sonnenfleckenminimum ist keineswegs eine „von der Sonne verordnete Hobbyflaute“.

 

Ausblick auf 2020::

Bis zum Jahresende sorgt bei unverändert sehr ruhiger Sonne der Sonnenwind zwischen dem 23. und 27. Dezember für ein paar Störungen.

Zum Übergang des 24. in den 25. Sonnenfleckenzyklus und dessen wahrscheinlichem Verlauf  äußerte sich das „Solar Cycle Prediction Panel“ in einem Bulletin am 11. Dezember [3]. Das nächste Sonnenfleckenmaximum wird im Juli 2025 mit einer Toleranz von plus/minus 8 Monaten erwartet. Die Höhe des 25. Zyklus wird ähnlich sein, wie wir sie im 24. Zyklus erlebten. Zunächst rechnet man  mit dem Übergang in den 25. Zyklus im April 2020 mit einer Unsicherheit von plus/minus 6 Monaten. Die Experten sehen erfreulicherweise keine Anzeichen für ein neues „Maunder Minimum“ worüber mehrfach spekuliert worden war. Lassen wir das neue Jahr optimistisch beginnen. Frohe Weihnachten, guten Rutsch und vy73 für 2020!

 

[1]: www.solen.info/solar

[2]: https://www.funkamateur.de/nachrichtendetails/items/20190915_Tropo_DL_CU.html

[3]: http://www.arrl.org/news/noaa-nasa-panel-concurs-that-solar-cycle-25-will-peak-in-july-2025

 

Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:

 

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 16:56; Melbourne/Ostaustralien 18:52; Perth/Westaustralien 21:05; Singapur/Republik Singapur 22:58; Tokio/Japan 21:44;

Honolulu/Hawaii 17:02; Anchorage/Alaska 19:07; Johannesburg/ Südafrika 03:10;

San Francisco/Kalifornien 15:19; Stanley/Falklandinseln 07:23; Berlin/Deutschland 07:12.

 

Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 21:29; San Francisco/Kalifornien 00:53;

Sao Paulo/Brasilien 21:50; Stanley/Falklandinseln 00:13; Honolulu/Hawaii 03:52;

Anchorage/Alaska 00:37; Johannesburg/Südafrika 16:57; Auckland/Neuseeland 07:37 Berlin/Deutschland 14:52.

 

Tipp: UFB Vortrag über Tropo-DX:

http://www.la0by.darc.de/190615_LA0BY_Tropo%20extreme.pdf

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