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Bericht vom OV-Abend am 16.1.2019

 

Der 1. OV-Abend 2019 war von einem spannenden technischen Thema dominiert. Alle funkenden OMs besitzen ihn - den Antennentuner - eingebaut, oder als standalone-Gerät. Doch zumindest bei den automatischen Antennentunern sind die Möglichkeiten zur Erkundung der Funktionsweise begrenzt. Das Geheimnis liegt in der Firmware, die den Abstimmvorgang steuert. Christian, DL9NL und Andreas, DG1AP haben je einen Antennentuner aufgebaut, die beide mit vielen ausgefeilten technischen Lösungen ausgestattet sind und stellten den Abeitsstand bei beiden Geräte in Konzept, Schaltung, Layout und Ausführung vor.

Bevor die Vorträge starteten, konnten wir Alfred Eichhorn DO1AEW als Gast begrüßen. Er hat 2017 am Amateurfunkkurs auf dem Wachberg teilgenommen und seine Prüfung bei der RegTP abgelegt. Er will in den DARC eintreten und wir dürfen hoffen, ihn bald zu unserem OV zählen zu können.

Im technischen Teil begann Christian zunächst mit einer kurzen Darstellung der Grundlagen bei der Abstimmung von Antennen. Er stellte den Aufbau des Smith-Diagramm vor, mit dem sich komplexe Impedanzen und deren Wege zur Anpassung übersichtlich darstellen lassen. Das Smith-Diagramm stellte auch den methodischen Ausgangspunkt dar, von dem aus eine definierte berechenbare Anpassung erfolgen soll. Das am Antennentuner anliegende Signal wird bezüglich Vor- und Rücklauf sowie Phase durch Richtkoppler und logarithmierende Schaltkreise gemessen. Die genaue Phasenlage wird durch Vergleich mit dem um 90 Grad verschobenen Signal ermittelt, und nach der Digitalisierung mit 12-Bit AD-Wandlern liegt die komplexe Impedanz der Antenne in guter Genauigkeit vor. Sie kann auf einem grafischen Display im Smith-Diagramm verortet und visualisiert werden. Mit der ebenfalls fertig aufgebauten und komfortabel ausgestatteten LC-Abstimmschaltung kann die Antenne abgestimmt werden und der Abstimmweg wird im Smith-Diagramm visualisiert. Die Algorithmen zur Abstimmung sind derzeit noch Arbeitsgegenstand. Als Ansätze wurden vorgestellt: Abstimmung nach der aus der Impedanz berechneten Kompensation, binäre Suche nach der besten Abstimmung (SWR) sowie einer schrittweisen Abstimmung mit Orientierung an den realen und imaginären Anteilen der Impedanz und Admittanz.
Für niedrige Frequenzen arbeitet der Tuner bereits recht gut, auf den höheren Bändern gibt es noch Störgrößen, die behandelt werden müssen.

Andreas stellte seinen Antennetuner vor, der über eine Funkverbindung mit 2,4 GHz Funkmodulen ferngesteuert wird. Dadurch kann er direkt am Antennenfußpunkt eingesetzt werden und das Koaxabel ist bereits sauber angepasst. Eine gute, komfortable und verlustarme Lösung. Da die automatische Abstimmung noch nicht das finale Stadium erreicht hat, betreibt Andreas seinen Antennentuner über die Drehgeber als manuellen Tuner. Er konnte einen im Raum aufgespannten Draht damit abstimmen und dabei zeigen, dass der Bedienteil die Tuningschritte über die Funkverbindung verzögerungsfrei auf die abgesetzte Anpassschaltung überträgt. Er hat mit seinem Gerät bereits QSOs über eine "random wire"-Antenne gefahren. Die Programmierung der Funkmodule und die Absicherung der Übertragung hat hier viel Zeit gekostet.

Wir wünschen den beiden, dass sie die noch verbliebenen Aufgaben gut lösen. Auf die fertigen Geräte sind wir sehr gespannt. Sie können bereits jetzt viel mehr als die verbreiteten "Blackbox Antennentuner", und wer würde nicht gern beim Betrieb, beim Bau oder Veränderung von Antennenanlagen die Impedanzwerte auf den einzelnen Bändern kennen?

Für den interessanten Abend und die gelungene Präsentation geht unser Dank an Christian und Andreas.

 

OVV Matthias, DD7NT

 

 

 

 

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