Notfunk als Funkamateur

von Gerd, DO1FEH

Warnmeldungen [1]

Was wäre, wenn morgen früh plötzlich der Strom ausfällt? Ein Blackout! Das, wovor seit Monaten gewarnt wird, ist plötzlich eingetreten: Niemand hat mehr Strom – und niemand weiß, wann dieser zurückkommt.

Und dann benötigt man plötzlich medizinische Hilfe – vielleicht weil der Nachbar die Treppe herunterstürzt, das eigene Kind vor ein Auto gelaufen ist oder der Schwiegervater einen Herzinfarkt bekommt und das Telefon funktioniert nicht – weder Festnetz noch das Handy!

Dann gibt es da diesen Nachbarn, über dessen große Antennen auf dem Dach man sich immer schon gewundert hat. Den könnte man doch mal fragen ob er nicht Hilfe rufen kann mit seinen Funkgeräten…

Not- und Krisenfunk Grundlagen

Was sagt das AFuG?

Gemäß Paragraph 2, Absatz 2 des Gesetz über den Amateurfunk (AFuG) wird der Amateurfunkdienst wie folgt definiert: „Amateurfunkdienst ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird; der Amateurfunkdienst schließt die Benutzung von Weltraumfunkstellen ein. Der Amateurfunkdienst und der Amateurfunkdienst über Satelliten sind keine Sicherheitsfunkdienste.“

Persönliche Vorsorge treffen:

  • Handfunkgeräte und Mobilgeräte mit den Frequenzen aus der Region programmieren.
  • Stromversorgung? LifePO4, Blei Akkus / Powerstations, Solarpanel
  • Notfunkmappe mit Block, Schreibzeug, Frequenzlisten
  • Sein Equipment „kennen“ – regelmäßig damit ÜBEN! –> funken
  • ggf. auch mit weiteren „freien“ Funkanwendungen z.B. mit CB, Freenet, PMR und LPD Nutzern

Persönliche Situation beurteilen – Notfunk möglich?

  • FM oder DAB Radio einschalten!
    UKW Funkgeräte einschalten! (Relais & Direkt)
    Frequenzen monitoren / Information sammeln & notieren!
  • Funkbereitschaft melden – „Hier ist ……… auf Empfang!“
  • Senden nur wenn nötig! – (Funkdisziplin)
  • Funkstille halten, bis Sammelanruf einer Leitstation erfolgt!
  • Übermittlung, kurz und aussagekräftig, keine Q-Gruppen!
  • Befolgen der Anweisungen der Leitstationen!
    Zeitplan beachten: 3er Regel Alle 3 Stunden für 3 Minuten die Hauptfrequenz monitoren
    6 Uhr – 9 Uhr – 12 Uhr – 15 Uhr – 18 Uhr – 21 Uhr – 24 Uhr – 3 Uhr – 6 Uhr

Notfallmeldung

  • WER?………………….Name und Standort des Melders
  • WO?……………………Ort des Notfalls
  • WAS?………………….Was ist passiert, was ist zu tun, welche Hilfe wird benötigt?
  • WIEVIELE?………..Verletzte, Betroffene, etc.?
  • WELCHE?………….Art der Verletzung, Erkrankung eingetretene Schäden?
  • RÜCKFRAGEN?….Sonstige Informationen
Aufnahme eines Notfalls

Bei der Aufnahme eines Notfalls oder Meldung immer Frequenz, Uhrzeit und Datum notieren und an die verantwortliche Behörde oder Gemeindeverwaltung weiterleiten (z.B. Feuerwehr, Leitstelle, Polizei). Die Notrufzentrale, die Funkleitstation oder die den Notruf aufnehmende Station beendet die Verbindung, wenn Sie alle Informationen bekommen hat, die zur Hilfeleistung notwendig ist.

Frequenzen

Jedermann Funk

Funkgeräte die lizenzfrei in Deutschland von jedermann betrieben werden dürfen, haben ebenfalls allgemein bekannte Notrufkanäle:

Freenet 149.050 MHz Kanal 3
PMR 446.03125 MHz Kanal 3
LPD 433.125 MHz Kanal 3
CB 26.985 MHz Kanal 3
CB 27.065 MHz Kanal 9
GW Landkreis Meißen CB-Funk Kanal 29 (siehe auch FM Relais regional)

Subtöne bei Freenet, PMR und LPD deaktivieren (CTCSS ausschalten bzw. Unterkanal auf 0 stellen) damit alle Funksprüche untereinander und herstellerunabhänig gehört werden können.

FM Relais regional

Frequenz / Rufzeichen / Bemerkungen

446.15625 MHz / / PMR LK Meißen CTCSS 88.5, Gatewayverbund Mittelsachsen
438.875 MHz (-7.6 MHz) / DB0TUD / Zugriff auf das Echolink mit Echolink ID 387191
438.800 MHz (-7.6 MHz) / DB0DD / im Verbund Sachsenlink
145.675 MHz (-600 kHz) / DB0DD /
145.575 MHz (-600 kHz) / DB0PIB / autark mit APRS-TX auf 144.800 MHz
439.2 MHz (-7,6 MHz) / DB0PIB / autark 1750 Hz Rufton

Allgemeine internationale Notruffrequenzen IARU Region 1

Kurzwelle

80m 3.760 MHz
40m 7.110 MHz
20m 14.300 MHz
17m 18.160 MHz
15m 21.360 Mhz

VHF / UHF

2m 144.260 MHz USB
2m 145.500 MHz FM
70cm 433.500 MHz FM

Digitale Übermittlung von Nachrichten

Im Notfunk können verschiedene Anwendungen genutzt werden, bei denen z.B. E-Mails oder andere digitalen Daten übermittelt werden können, einige davon sind:

APRS (Automatic Packet Reporting System) [3]

Ist ein digitales Kommunikationssystem, das hauptsächlich von Funkamateuren genutzt wird, um ihre Position, Bewegung und andere Informationen in Echtzeit zu melden. E-Mail-APRS ermöglicht es Funkamateuren, E-Mails über APRS-Funkverbindungen zu senden und zu empfangen. Es kann auch in der maritimen und mobilen Funkamateur-Kommunikation eingesetzt werden, um E-Mail-Kommunikation auch außerhalb der Reichweite von herkömmlichen Netzwerken zu ermöglichen.

LoRa APRS ist eine Möglichkeit APRS Daten zu senden und zu empfangen unter Zuhilfenahme des LoRa Übertragungsstandards. Es werden mit recht geringen Leistungen beachtliche Reichweiten erzielt…
Mehr bei den Funkfreunden der IG Picho-Funk [3.2]

LoRa APRS – mehr als nur ein Weekend-Project! [3.1] – Die Kosten für den Gateway betragen ca. 25 Euro und für den TTGO Tracker ca. 45 Euro.

AREDN (Amateur Radio Emergency Data Network) [4]

Ist ein Projekt, das von Funkamateuren entwickelt wurde, um ein hochverfügbares und zuverlässiges Datennetzwerk für Notfälle und Katastrophen bereitzustellen. Es nutzt dazu Mesh-Networking-Technologie, die es ermöglicht, dass jeder Knoten (Router) im Netzwerk direkt mit seinen benachbarten Knoten kommuniziert, anstatt dass alle Daten über einen zentralen Server oder einen Internetanschluss geleitet werden müssen. AREDN verwendet spezielle Firmware, die auf kommerziell erhältlichen WLAN-Routern installiert werden kann und diese zu meshfähigen Funkroutern umwandelt. Es arbeitet in den Frequenzbändern, die für den Amateurfunk zugelassen sind und nutzt verschiedene Protokolle wie IPv4, IPv6, OLSR und BATMAN. AREDN kann genutzt werden, um in Notfällen und Katastrophen eine schnelle und zuverlässige Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Betroffenen zu ermöglichen. Es kann auch genutzt werden, um in ländlichen Gebieten oder bei schlechten Netzwerkbedingungen einen Internetzugang bereitzustellen und für Datenaustausch und Ressourcen-Sharing.

AR 300 M 16 / AR 300 M 16 Ext
mit einem Preis von ca. 30 Euro ist er das günstigste Gerät um in AREDN einzusteigen. Mit zwei AR 300 kann kann schon ein kleines Netz mit zwei Nodes die z.B. in einer Wohnung platziert sind aufbauen. Videos von Timm DL4FLY [4.1] sind sehenswert!

MESHTASTIC [5]

Ist ein Open-Source-Projekt, das für den Aufbau von Mesh-Netzwerken verwendet wird. Es wurde insbesondere für die Verwendung mit günstigen ESP32 Entwicklungsboards entwickelt, die das LoRa-Protokoll (Long Range) verwenden, das es ermöglicht, Datenübertragungen über große Entfernungen durchzuführen. Meshtastic kann verwendet werden, um eine Vielzahl von Anwendungen zu unterstützen, wie z.B. die Übertragung von Textnachrichten, GPS-Positionen und Wetterdaten. Mit Meshtastic kann über eine Handy App Chats abgewickelt werden, die rein über Lora Funkverbindung kommuniziert und auf kein Internet oder Handynetz angewiesen sind. Reichweite je nach Antenne und Standort, mehrere Kilometer.

MeshCom [5.1]

Textnachrichten über LoRa-Funkmodule auf 433MHz als Funkamateur austauschen. Die Funkmodule leiten Nachrichten an den nächsten weiter, um alle Knoten im Netzwerk zu erreichen. Über MeshCom im HAM NET verbundene Gateway-Knoten wird es ermöglicht Mesh-Bereiche, welche keine direkte Funkverbindung haben zu verbinden. Siehe  https://srv08.oevsv.at/meshcom

T-ECHO mit einem Preis von ca. 75 Euro ist für den mobilen Einsatz gut geeignet. Ab ca. 25 Euro sind TTGO ohne GPS günstigste Geräte.

WINLINK [6]

Ist ein weltweites Netzwerk, das von Funkamateuren betrieben wird und das es ermöglicht, E-Mails über Funkverbindungen zu versenden und zu empfangen. Es wurde insbesondere für den Einsatz in Notfällen und Katastrophen entwickelt, um die Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Betroffenen zu unterstützen, wenn normale Kommunikationskanäle nicht verfügbar sind. Winlink nutzt eine Kombination aus Digitale-Modemprotokollen und Internet-Gateways, um E-Mails über Funkverbindungen zu übertragen und mit dem weltweiten Internet zu verbinden. Es ermöglicht es Benutzern, E-Mails sowohl an andere Winlink-Benutzer als auch an normale E-Mail-Adressen zu versenden und zu empfangen. Meiner Meinung nach die beste Installationsanleitung ist bei Arthur, DL2ART in der Videoreihe auf seinem Youtube-Channel „Funkwelle“ [6.1] zu finden. Zusammen mit dem VARA-Protokoll kann WINLINK besonders effektiv für die Datenübertragung genutzt werden.

VarAC [7]

Bestens für Notfunk geeignet: Geringe Leistung +++ Kleine Antennen +++ Schlechte Lage +++ Tragbares Setup! VarAC ist eine moderne HF P2P-Echtzeit-Chat-Anwendung und nutzt das VARA-Protokoll. Es wurde für QRP mit herausfordernden SNR-Levels entwickelt. Selbst bei -22 dB kann es eine Verbindung aufrechterhalten und eingehenden Datenverkehr dekodieren. Bei Arthur, DL2ART in der Videoreihe auf seinem Youtube-Channel „Funkwelle“ [7.1] ist wieder eine Installationsanleitung zu finden.

Weitere Informationsquellen: [8]

Auf Bundesebene koordiniert das DARC-Referat Not- und Katastrophenfunk alle Angelegenheiten rund um den Notfunk.

  • Auf den Referatswebseiten wird eine Karte aller Notfunkgruppen gepflegt. Wir ermutigen ausdrücklich alle Notfunkinteressenten im Distrikt ihre Aktivitäten dort zu melden.
  • Mit notfunk(at)lists.darc.de gibt es einen deutschlandweiten E-Mail-Verteiler für notfunkinteressierte Funkamateure. Die Anmeldung kann über den DARC-Mailinglisten-Server erfolgen.
  • Jeden ersten Freitag im Monat findet ab 17:00 UTC der Notfunkrundspruch des DARC auf 3642kHz +/-QRM statt.

[1] https://warnung.bund.de/meldungen
[2] https://www.darc.de/der-club/distrikte/y/notfunk/dokumente-und-formulare/
[3] https://de.aprs.fi/#!addr=dresden
[3.1] EDQH_LoRa_APRS_Final.pdf
[3.2] https://www.igpichofunk.org/LoRa-APRS.htm
[4] https://www.amateurfunk.de/aredn/
[4.1] https://www.youtube.com/@dl4fly
[5] https://meshtastic.org/
[5.1] https://icssw.org/meshcom-4-0-installation/
[6] https://winlink.org/
[6.1] https://youtu.be/o4phu2uSZ9I?si=FJLih8Bcz8dsg7ak
[7] https://rosmodem.wordpress.com/
[7.1] https://www.youtube.com/watch?v=WWHtIzasNrk
[8] https://www.darc.de/der-club/distrikte/s/notfunk/organisation/

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Notfunk als Funkamateur

Notfunk als Funkamateur

von Gerd, DO1FEH

Warnmeldungen [1]

Was wäre, wenn morgen früh plötzlich der Strom ausfällt? Ein Blackout! Das, wovor seit Monaten gewarnt wird, ist plötzlich eingetreten: Niemand hat mehr Strom – und niemand weiß, wann dieser zurückkommt.

Und dann benötigt man plötzlich medizinische Hilfe – vielleicht weil der Nachbar die Treppe herunterstürzt, das eigene Kind vor ein Auto gelaufen ist oder der Schwiegervater einen Herzinfarkt bekommt und das Telefon funktioniert nicht – weder Festnetz noch das Handy!

Dann gibt es da diesen Nachbarn, über dessen große Antennen auf dem Dach man sich immer schon gewundert hat. Den könnte man doch mal fragen ob er nicht Hilfe rufen kann mit seinen Funkgeräten…

Not- und Krisenfunk Grundlagen

Was sagt das AFuG?

Gemäß Paragraph 2, Absatz 2 des Gesetz über den Amateurfunk (AFuG) wird der Amateurfunkdienst wie folgt definiert: „Amateurfunkdienst ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird; der Amateurfunkdienst schließt die Benutzung von Weltraumfunkstellen ein. Der Amateurfunkdienst und der Amateurfunkdienst über Satelliten sind keine Sicherheitsfunkdienste.“

Persönliche Vorsorge treffen:

  • Handfunkgeräte und Mobilgeräte mit den Frequenzen aus der Region programmieren.
  • Stromversorgung? LifePO4, Blei Akkus / Powerstations, Solarpanel
  • Notfunkmappe mit Block, Schreibzeug, Frequenzlisten
  • Sein Equipment „kennen“ – regelmäßig damit ÜBEN! –> funken
  • ggf. auch mit weiteren „freien“ Funkanwendungen z.B. mit CB, Freenet, PMR und LPD Nutzern

Persönliche Situation beurteilen – Notfunk möglich?

  • FM oder DAB Radio einschalten!
    UKW Funkgeräte einschalten! (Relais & Direkt)
    Frequenzen monitoren / Information sammeln & notieren!
  • Funkbereitschaft melden – „Hier ist ……… auf Empfang!“
  • Senden nur wenn nötig! – (Funkdisziplin)
  • Funkstille halten, bis Sammelanruf einer Leitstation erfolgt!
  • Übermittlung, kurz und aussagekräftig, keine Q-Gruppen!
  • Befolgen der Anweisungen der Leitstationen!
    Zeitplan beachten: 3er Regel Alle 3 Stunden für 3 Minuten die Hauptfrequenz monitoren
    6 Uhr – 9 Uhr – 12 Uhr – 15 Uhr – 18 Uhr – 21 Uhr – 24 Uhr – 3 Uhr – 6 Uhr

Notfallmeldung

  • WER?………………….Name und Standort des Melders
  • WO?……………………Ort des Notfalls
  • WAS?………………….Was ist passiert, was ist zu tun, welche Hilfe wird benötigt?
  • WIEVIELE?………..Verletzte, Betroffene, etc.?
  • WELCHE?………….Art der Verletzung, Erkrankung eingetretene Schäden?
  • RÜCKFRAGEN?….Sonstige Informationen
Aufnahme eines Notfalls

Bei der Aufnahme eines Notfalls oder Meldung immer Frequenz, Uhrzeit und Datum notieren und an die verantwortliche Behörde oder Gemeindeverwaltung weiterleiten (z.B. Feuerwehr, Leitstelle, Polizei). Die Notrufzentrale, die Funkleitstation oder die den Notruf aufnehmende Station beendet die Verbindung, wenn Sie alle Informationen bekommen hat, die zur Hilfeleistung notwendig ist.

Frequenzen

Jedermann Funk

Funkgeräte die lizenzfrei in Deutschland von jedermann betrieben werden dürfen, haben ebenfalls allgemein bekannte Notrufkanäle:

Freenet 149.050 MHz Kanal 3
PMR 446.03125 MHz Kanal 3
LPD 433.125 MHz Kanal 3
CB 26.985 MHz Kanal 3
CB 27.065 MHz Kanal 9
GW Landkreis Meißen CB-Funk Kanal 29 (siehe auch FM Relais regional)

Subtöne bei Freenet, PMR und LPD deaktivieren (CTCSS ausschalten bzw. Unterkanal auf 0 stellen) damit alle Funksprüche untereinander und herstellerunabhänig gehört werden können.

FM Relais regional

Frequenz / Rufzeichen / Bemerkungen

446.15625 MHz / / PMR LK Meißen CTCSS 88.5, Gatewayverbund Mittelsachsen
438.875 MHz (-7.6 MHz) / DB0TUD / Zugriff auf das Echolink mit Echolink ID 387191
438.800 MHz (-7.6 MHz) / DB0DD / im Verbund Sachsenlink
145.675 MHz (-600 kHz) / DB0DD /
145.575 MHz (-600 kHz) / DB0PIB / autark mit APRS-TX auf 144.800 MHz
439.2 MHz (-7,6 MHz) / DB0PIB / autark 1750 Hz Rufton

Allgemeine internationale Notruffrequenzen IARU Region 1

Kurzwelle

80m 3.760 MHz
40m 7.110 MHz
20m 14.300 MHz
17m 18.160 MHz
15m 21.360 Mhz

VHF / UHF

2m 144.260 MHz USB
2m 145.500 MHz FM
70cm 433.500 MHz FM

Digitale Übermittlung von Nachrichten

Im Notfunk können verschiedene Anwendungen genutzt werden, bei denen z.B. E-Mails oder andere digitalen Daten übermittelt werden können, einige davon sind:

APRS (Automatic Packet Reporting System) [3]

Ist ein digitales Kommunikationssystem, das hauptsächlich von Funkamateuren genutzt wird, um ihre Position, Bewegung und andere Informationen in Echtzeit zu melden. E-Mail-APRS ermöglicht es Funkamateuren, E-Mails über APRS-Funkverbindungen zu senden und zu empfangen. Es kann auch in der maritimen und mobilen Funkamateur-Kommunikation eingesetzt werden, um E-Mail-Kommunikation auch außerhalb der Reichweite von herkömmlichen Netzwerken zu ermöglichen.

LoRa APRS ist eine Möglichkeit APRS Daten zu senden und zu empfangen unter Zuhilfenahme des LoRa Übertragungsstandards. Es werden mit recht geringen Leistungen beachtliche Reichweiten erzielt…
Mehr bei den Funkfreunden der IG Picho-Funk [3.2]

LoRa APRS – mehr als nur ein Weekend-Project! [3.1] – Die Kosten für den Gateway betragen ca. 25 Euro und für den TTGO Tracker ca. 45 Euro.

AREDN (Amateur Radio Emergency Data Network) [4]

Ist ein Projekt, das von Funkamateuren entwickelt wurde, um ein hochverfügbares und zuverlässiges Datennetzwerk für Notfälle und Katastrophen bereitzustellen. Es nutzt dazu Mesh-Networking-Technologie, die es ermöglicht, dass jeder Knoten (Router) im Netzwerk direkt mit seinen benachbarten Knoten kommuniziert, anstatt dass alle Daten über einen zentralen Server oder einen Internetanschluss geleitet werden müssen. AREDN verwendet spezielle Firmware, die auf kommerziell erhältlichen WLAN-Routern installiert werden kann und diese zu meshfähigen Funkroutern umwandelt. Es arbeitet in den Frequenzbändern, die für den Amateurfunk zugelassen sind und nutzt verschiedene Protokolle wie IPv4, IPv6, OLSR und BATMAN. AREDN kann genutzt werden, um in Notfällen und Katastrophen eine schnelle und zuverlässige Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Betroffenen zu ermöglichen. Es kann auch genutzt werden, um in ländlichen Gebieten oder bei schlechten Netzwerkbedingungen einen Internetzugang bereitzustellen und für Datenaustausch und Ressourcen-Sharing.

AR 300 M 16 / AR 300 M 16 Ext
mit einem Preis von ca. 30 Euro ist er das günstigste Gerät um in AREDN einzusteigen. Mit zwei AR 300 kann kann schon ein kleines Netz mit zwei Nodes die z.B. in einer Wohnung platziert sind aufbauen. Videos von Timm DL4FLY [4.1] sind sehenswert!

MESHTASTIC [5]

Ist ein Open-Source-Projekt, das für den Aufbau von Mesh-Netzwerken verwendet wird. Es wurde insbesondere für die Verwendung mit günstigen ESP32 Entwicklungsboards entwickelt, die das LoRa-Protokoll (Long Range) verwenden, das es ermöglicht, Datenübertragungen über große Entfernungen durchzuführen. Meshtastic kann verwendet werden, um eine Vielzahl von Anwendungen zu unterstützen, wie z.B. die Übertragung von Textnachrichten, GPS-Positionen und Wetterdaten. Mit Meshtastic kann über eine Handy App Chats abgewickelt werden, die rein über Lora Funkverbindung kommuniziert und auf kein Internet oder Handynetz angewiesen sind. Reichweite je nach Antenne und Standort, mehrere Kilometer.

MeshCom [5.1]

Textnachrichten über LoRa-Funkmodule auf 433MHz als Funkamateur austauschen. Die Funkmodule leiten Nachrichten an den nächsten weiter, um alle Knoten im Netzwerk zu erreichen. Über MeshCom im HAM NET verbundene Gateway-Knoten wird es ermöglicht Mesh-Bereiche, welche keine direkte Funkverbindung haben zu verbinden. Siehe  https://srv08.oevsv.at/meshcom

T-ECHO mit einem Preis von ca. 75 Euro ist für den mobilen Einsatz gut geeignet. Ab ca. 25 Euro sind TTGO ohne GPS günstigste Geräte.

WINLINK [6]

Ist ein weltweites Netzwerk, das von Funkamateuren betrieben wird und das es ermöglicht, E-Mails über Funkverbindungen zu versenden und zu empfangen. Es wurde insbesondere für den Einsatz in Notfällen und Katastrophen entwickelt, um die Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Betroffenen zu unterstützen, wenn normale Kommunikationskanäle nicht verfügbar sind. Winlink nutzt eine Kombination aus Digitale-Modemprotokollen und Internet-Gateways, um E-Mails über Funkverbindungen zu übertragen und mit dem weltweiten Internet zu verbinden. Es ermöglicht es Benutzern, E-Mails sowohl an andere Winlink-Benutzer als auch an normale E-Mail-Adressen zu versenden und zu empfangen. Meiner Meinung nach die beste Installationsanleitung ist bei Arthur, DL2ART in der Videoreihe auf seinem Youtube-Channel „Funkwelle“ [6.1] zu finden. Zusammen mit dem VARA-Protokoll kann WINLINK besonders effektiv für die Datenübertragung genutzt werden.

VarAC [7]

Bestens für Notfunk geeignet: Geringe Leistung +++ Kleine Antennen +++ Schlechte Lage +++ Tragbares Setup! VarAC ist eine moderne HF P2P-Echtzeit-Chat-Anwendung und nutzt das VARA-Protokoll. Es wurde für QRP mit herausfordernden SNR-Levels entwickelt. Selbst bei -22 dB kann es eine Verbindung aufrechterhalten und eingehenden Datenverkehr dekodieren. Bei Arthur, DL2ART in der Videoreihe auf seinem Youtube-Channel „Funkwelle“ [7.1] ist wieder eine Installationsanleitung zu finden.

Weitere Informationsquellen: [8]

Auf Bundesebene koordiniert das DARC-Referat Not- und Katastrophenfunk alle Angelegenheiten rund um den Notfunk.

  • Auf den Referatswebseiten wird eine Karte aller Notfunkgruppen gepflegt. Wir ermutigen ausdrücklich alle Notfunkinteressenten im Distrikt ihre Aktivitäten dort zu melden.
  • Mit notfunk(at)lists.darc.de gibt es einen deutschlandweiten E-Mail-Verteiler für notfunkinteressierte Funkamateure. Die Anmeldung kann über den DARC-Mailinglisten-Server erfolgen.
  • Jeden ersten Freitag im Monat findet ab 17:00 UTC der Notfunkrundspruch des DARC auf 3642kHz +/-QRM statt.

[1] https://warnung.bund.de/meldungen
[2] https://www.darc.de/der-club/distrikte/y/notfunk/dokumente-und-formulare/
[3] https://de.aprs.fi/#!addr=dresden
[3.1] EDQH_LoRa_APRS_Final.pdf
[3.2] https://www.igpichofunk.org/LoRa-APRS.htm
[4] https://www.amateurfunk.de/aredn/
[4.1] https://www.youtube.com/@dl4fly
[5] https://meshtastic.org/
[5.1] https://icssw.org/meshcom-4-0-installation/
[6] https://winlink.org/
[6.1] https://youtu.be/o4phu2uSZ9I?si=FJLih8Bcz8dsg7ak
[7] https://rosmodem.wordpress.com/
[7.1] https://www.youtube.com/watch?v=WWHtIzasNrk
[8] https://www.darc.de/der-club/distrikte/s/notfunk/organisation/

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Notfunk als Funkamateur