100 Jahre Rundfunk

  • Beitrags-Kategorie:Geschichte
  • Beitrags-Kommentare:Ein Kommentar
  • Beitrag zuletzt geändert am:8. März 2022

Projekt zu 100 Jahren Rundfunk D.F.T.V.


von Gerd, DO1FEH

Aus grauer Vorzeit: Die vielen örtlichen Radioklubs schlossen sich zu einem „Deutschen Funk-Kartell“ mit Sitz in Berlin zusammen, woraus sich im Juli 1925 der „Deutsche Funktechnische Verband“ (D.F.T.V.) bildete.

Über „7 Ecken“ habe ich mitbekommen, dass sich viele OMs mit Thema Amateurfunk-Geschichte befassen. Die Idee zu dem solchen Vorhaben hatte Uwe, DL2SWR aus Wismar.
Irina, DL8DYL hat in einer Rundmail über das Projekt informiert, inzwischen habe ich Kontakt zu Steffen, DM6WAN aus Chemnitz und er hat mir die folgenden Informationen gesendet:

Auszug aus Vereinsregister

Nun steht ja besagtes Jubiläum 2025 zu 100 Jahren „Deutsche Funktechnische Verband“ (D.F.T.V.) an und da wäre es interessant, alle noch verfügbaren Informationen zusammenzutragen. Es besteht noch kein konkreter Plan, was im Ergebnis herauskommen könnte, möglich wären Sonderrufzeichen und Diplome. Dazu werden Ideen, Informationen und ein kleines Netzwerk der „Macher“ gebraucht. Wenn es dazu von Euerer Seite Informationen oder Dokumente insbesondere zu RAFENA, SACHSENWERK usw. gibt – wäre toll.

Stand 22.2.22 – Zum Funkverein Radebeul/Oberlößnitz wurde im Archiv der Stadtverwaltung Radebeul leider nur ein Eintrag gefunden: „Am 15.3.1925 gab es ein Gesuch des Funkvereins der Lößnitzortschaften um Beseitigung der Radiosteuer beim Stadtrat Kötzschenbroda (Quelle: Sign. Kö 1984.- Ratsprotokolle/Gemeinderatsbeschlüsse.- 1923-1925).“ (Quelle: Volkmar Bretschneider, Radebeul)
Sicherlich ist für die Stadtanzeiger und Gemeindeblätter auch Material über die Clubstationen in Radebeul und Moritzburg interessant. Es würde meiner Meinung nach auch zu Öffentlichkeitsarbeit für die Veranstaltung in Moritzburg passen, um in der Region für unser Hobby zu werben.

In einem Briefumschlag unter den zahlreichen Dokumenten im Nachlass von Fritz Wirth (u.a. D4LQH) wurde dieses Foto gefunden

Das Rufzeichen D4LUH an der Wand führte dann auf die Spur: In der digitalen DE-Liste und im System die dazugehörigen Karten mit Anschrift. Besten Dank an Steffen, DM6WAN für die Übersendung der interessanten Zeit Zeugnisse unserer Region. Mehr zu digitalen Recherchen zur Amateurfunkgeschichte im *.pdf Dokument von DM6WAN.


Zusätzliche Informationen zum Thema:

  • Die Rundfunkgeschichte ist als eBook von Miller E-Books erhältlich und kann kostenlos bei Kindle.mobi und Epub heruntergeladen werden. Das Buch listet die Erfindungen chronologisch auf und ist seit 2021 unter der ISBN 978-3-95600-956-3 für 0,00 € im Handel.

29.10.1923
In Berlin eröffnet Friedrich Georg Knöpfke offiziell den Deutschen Rundfunk:

“Achtung! Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin, im Vox-Haus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, daß am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig“.

Mit diesen Worten beginnt am 29. Oktober 1923 um 20.00 Uhr aus einer Dachkammer des Vox-Haus-Studios in der Potsdamer Straße 4 am Potsdamer Platz in Berlin der regelmäßige Rundfunkbetrieb in Deutschland.

In Deutschland gab es ca. 10.000 Schwarzhörer – kein zahlender Hörer. Es durften nur plombierte Firmenfabrikate verwendet werden.

31.10.1923
Der Berliner Tabakwarenhändler Wilhelm Hollhof meldete sich als erster Rundfunkhörer an und zahlte dafür eine Rundfunkgebühr von 350 Milliarden Mark. Im November mussten bereits 3,5 Billionen Mark Rundfunkgebühr entrichtet werden.

1.3.1924
Am Vorabend der Leipziger Frühjahrsmesse 1924 erfolgte 14.30 Uhr in Leipzig der Sendestart des zweiten offiziellen Rundfunksenders in Deutschland.

„Hallo, hallo, hier ist Leipzig, hier ist der Leipziger Meßamtssender der Reichs-Telegraphen-Verwaltung für Mitteldeutschland, wir senden auf Welle 450!“

Sendegesellschaft war die „MIRAG“ (Mitteldeutsche Rundfunk-A.-G., Gesellschaft für drahtlose Unterhaltung und Belehrung Leipzig). Das Sendestudio befand sich in der „Alten Waage“, am Markt 4, der Sender im Gebäude des „Neuen Johannis-Hospital“ in der Hospitalstraße 36.

Auszug aus dem ebook von miller

Wenn es Interesse gibt da mit zu machen – gerne!

DO1FEH

Computer sind für mich kein Problem, ich arbeite mit W10 und Linux, gern wird mit mehreren RPi gebastelt, ich nutze u.a. C4FM, DMR (BM 2622931), FT8 und neuerdings auch im LoRaWAN.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Lothar Grahle

    Gerd, das ist sehr interessant. Da kann ich nur sagen: Bleib dran und halte den Kontakt zu DM6WAN. Solche Recherchen sind ein Hobby für sich und sehr zeitaufwändig.

    73 Lothar, DL1DXL

Schreibe einen Kommentar