Digimode-Hardware – meine eigene Station

Meine eigene (Digimode-)Station

Der nachfolgende Beitrag lässt sich auf alle Transceiver-Rechner-Kombinationen und auf ALLE Digimodes anwenden, ist aber beispielhaft an Hand meines Setup entstanden.

von Matthias, DL3VCO

Wenn man Digimode nicht mit Transceivern macht, deren Steuerung und Datenfluss komplett per USB oder LAN erfolgt, kommt man nicht darum herum, zwischen Transceiver und Rechner ein Interface zu schalten. Zumindest dann nicht, wenn man zeitgemäßen Komfort möchte.

Für diesen Komfort benötigt man 3 Signalarten:

  • CAT für Transceiverfrequenz und -Betriebsart. Sonst funktioniert die Logabfrage nicht komfortabel.
  • PTT zur softwaregesteuerten Sende-/Empfangsumschaltung
  • Audio <-> in 2 Richtungen. Das Digimode-Programm braucht/erzeugt schließlich NF

Da zeitgemäßer Komfort auch eine komplexe Elektronik erfordert, werden wohl die wenigsten OM den vollständigen Interface-Eigenbau angehen. Die meisten werden wohl kaufen müssen. Geld gegen Hobby-Zeit ist hier die ganz einfache Frage. Es muss ja mal fertig werden, damit man (wieder) funken kann.

Wenn die reale Einschätzung seiner Eigenbaumöglichkeiten/-fertigkeiten die Entscheidung erzwungen hat, eine Summe Xmax aus dem Hobbybudget bereitzustellen, fängt die Sucherei nach der passenden Hardware an.

Diese Hardware sollte :

  • am besten mit nur EINEM USB-Kabel mit dem Rechner verbindbar sein, worüber dann alle Signale laufen
  • die USB-Konnektivität sollte keine Treiber brauchen, um unabhängig von Änderungen (Update/-grade) am Betriebssystem zu sein
  • für den Betrieb des Interface sollte keine Software erforderlich sein
  • die Möglichkeit, den passenden Kabelsatz zu kaufen oder das Vorhandensein der Dokumentation, diesen zu bauen
  • sich universell auf jeden Transceiver einstellen lassen, wenn man den mal wechselt
  • eine interne Soundkarte besitzen, damit die im Rechner für Programmausgaben oder SDR freibleibt
  • eine Einstellungsmöglichkeit für die NF-Pegel haben
  • alle Signal zwischen Rechner und Transceiver entkoppeln
So einfach ist meine Station verdrahtet

Nach jahrelangen Erfahrungen mit einem Eigenbau-Interface und später einem USB-II-Interface und der Erkenntnis, eine zweite, rechnerunabhängige Soundkarte zu brauchen, führte nach langer Überlegung dazu, ein ‚DXP‘-Interface (MicroHAM) zu kaufen. Weil ich Hobby-Geld sparen wollte und dachte, „NIE“ eine zweite Soundkarte zu brauchen, hatte ich vor vielleicht zwei Jahren ein USB-II-Interface gekauft. Das war eben nur eine halbe Lösung!

Warum jetzt das ‚DXP‘ ?:

  • Es ist per USB mit jedem beliebigen Rechner verbindbar
  • Es benötigt KEINERLEI Software- und/oder Treiberinstallation und läuft somit unter WIn und Linux
  • Es trennt alle Signale galvanisch oder per Optokoppler
  • Es ist defacto an (fast) jeden TCVR anpassbar. Die Sub-D-25-Schnittstelle ist gut beschrieben und man kann die Kabel selbst konfigurieren (Länge!)
  • Es kann mit internen Settings auf viele CAT-Protokolle eingestellt werden, ein Transceiver-Wechsel ist kein Problem
  • Es hat eine eigene NF-Pegel-Einstellung (Einstellknopf!!), um Transceiver oder Soundkarte NICHT zu übersteuern.
  • Es hat eine eigene 24-Bit-!!-Soundkarte. Das war die HAUPTKAUFENTSCHEIDUNG !

Resümee nach einem reichlichem Jahr Funkbetrieb: Eine sehr gute Entscheidung !

Trennschärfe runter bis 3 – 5 Hertz

Die im ‚DXP‘ verbaute Soundkarte ist so trennscharf, das sie QSOs mit extrem kleinem Frequenzversatz noch auseinanderhält. Im JTDX-Screenshot rechts arbeiten 2 Stationen 5 Hertz nebeneinander und es ist kein Problem, diese zu dekodieren. Das ging mit meiner „SoundOnBoard‘-Karte nicht.

Beim Anstecken des ‚DXP‘ an den USB-Port erscheint im Gerätemanager ein Soundgerät namens ‚DXP‘ und drei zusätzliche Com-Ports. Die ‚DXP‘-Soundkarte wird im Digimode-Programm als Audio-Ein-/Ausgabe verwendet. Zwei der drei COMs können für CAT und PTT verwendet werden. So sind für CAT und PTT getrennte Ports möglich -> je nachdem, was das eingesetzte Digimode-Programm erfordert oder hergibt. Linux-Usern sei gesagt, dass dies alles auch völlig problemlos unter Linux funktioniert.

Den Freunden der „menschengemachten“ Betriebsarten sei versichert, das dieses Digimode-Setup auf keinen Fall die technischen Möglichkeiten für CW und SSB einschränkt.

Wer Fragen zu diesem Thema hat, kann mich per ‚dl3vco@gmx.de‘ erreichen.

55 de Matthias, DL3VCO

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