Eine „nervenberuhigende“ Tastspitze

Eine „nervenberuhigende“ Tastspitze

von Christian, DL9NL

Grammophonnadeln

IC‘ s und andere SMD-Bauteile werden immer kleiner. Diejenigen, die mit diesen Bauteilen arbeiten, kennen das Problem: Die üblichen Messspitzen der Multimeter sind eben nicht spitz, sondern abgerundet und glatt. Mit ihnen ist es kaum möglich, ohne abzurutschen sicher auf feinen Kontakten zu verweilen oder eine dünne Kolophoniumschicht zu durchstoßen. Da es nach Mc Murphy ziemlich wahrscheinlich ist, dass bei einer der nächsten Messungen entweder das teuerste oder am schwierigsten zu beschaffende IC zerstört wird, wurde nach einer geeigneten Lösung gesucht.

Löthalterung
Löthalterung

Dazu wurde aus einfachen Mitteln wurde eine Tastspitze selbst gebaut. Verwendet wurden „nervenberuhigende“ Grammophonnadeln der Firma Herold und blanke 4 mm Buchsen für Bananen- oder Büschelstecker. Nach Vorverzinnung der Einzelteile mit einem leistungsstarken Lötkolben wurden sie in einer Halterung ausgerichtet miteinander verlötet.

Oben fertig und unten im Rohbau

Zur Isolierung wurden die Tastspitzen mit Schrumpf-schlauch unterschiedlichen Durchmessers überzogen und nur ein kurzes Stück  an der Nadelspitze ausgespart. Mit einem Ring aus farbigem Schrumpfschlauch wurde die Polarität markiert.

Im Einsatz
Im Einsatz

Die harte Spitze der Grammophonnadel lässt sich mühelos auch auf ganz kleinen Kontaktstellen halten, wenn sie nach dem Aufsetzen kurz etwas angedrückt wird. Kolophoniumschichten oder Kupferoxid-Beläge sind kein Problem mehr.

Messung im Detail

Natürlich können auch andere Nadeln verwendet werden, vorausgesetzt, sie lassen sich gut löten. Die verwendeten Grammophonnadeln sind sehr spitz und stumpfen auch  nach längerem Gebrauch nicht ab. Tastspitzen kann man sich auf diese Weise für verschiedene Anwendungen je nach den eigenen Greifgewohnheiten einfach selbst herstellen.

Seit dem ich diese Tastspitzen habe, sind die anderen arbeitslos.

Ausführung: Christian, DL9NL         <—————>       Nach einer Anregung von Andreas, DG1AP

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