Variable BNC-Abschlusswiderstände

Variable BNC-Abschlusswiderstände 0 – 100 / 200 Ω

von Christian, DL9NL
gfmgfmkdrfmdtmdtemteswmtesmzswt

Für manche Meß- und Abgleichaufgaben, wie zum Beispiel die Bestimmung des Wellenwiderstandes einer Zweidrahtleitung oder die Impedanzmessung an Leitungsübertragern, wird ein einstellbarer Abschlusswiderstand benötigt. Dieser sollte nicht nur sehr feinfühlig und stabil einstellbar sein, sondern auch eine geringe Rückflussdämpfung (S11) aufweisen, die für genaue Messungen unter -20 dB liegen sollte.

Um meine provisorischen Lösungen mit frei verdrahteten Potis durch eine solide Montage  zu ersetzen, wurde die Anregung von DK1PE [1] aufgegriffen, ein Präzisions-Poti direkt auf einem BNC-Stecker zu montieren. Verwendet wurden 100 Ω und 200 Ω Präzisions-Einstellpotentiometer mit 30 Gängen der Firma Suntan in stehender Ausführung. Als Stecker wurden gerade vorhandene No-Name BNC-Winkelstecker verwendet, deren würfelförmiges Mittelstück für ein stabile Aufnahme der Potentiometer geeignet erschien.

Baubeschreibung

Der Kontaktstift des  BNC-Winkelsteckers und die Presshülse für das Koaxialkabel werden nicht benötigt. Der mechanische Aufbau des Steckerhalses mit der Kabelanschlussstelle variiert je nach Hersteller. Demontage des Halses. Bei einer gepressten Steckverbindung kann diese einfach mit einer Zange dekonnektiert werden. Andernfalls wird der Hals am Ansatz des würfelförmigen Mittelstücks abgesägt. Innen ist der Verlauf des Innenleiters und seine Kunststoffisolierung  erkennbar.

Mit einer Eisensäge wird innerhalb der eingezeichneten Grenzen für das Poti das Mittelstück eingeschnitten. Dabei sind der Kontaktstift und seine Kunststoffisolierung zu schonen. Der verbliebene Rest in der Aussparung wird an seiner Basis herausgebrochen. Anschließend wird die Nut passgerecht gefeilt, bis das Poti leicht klemmend eingepresst werden kann.

Unter Berücksichtigung der Drehrichtung des Potis (Drehung UZS -> ansteigender Widerstand) wird der nicht benötigte Anschlußdraht scharf ab geknickt und direkt an die Basis des Mittelleiter gelötet. Am Ende des Kontaktstiftes aus Vollmaterial wird eine 1 mm Bohrung angelegt, um den Mittelleiter des Potis sicher und so kurz als möglich und ohne Seitversatz anlöten zu können

Die vorgesehene Fixationsstelle für den noch freien Anschlussdraht des Potis wird am leeren Steckergehäuse gut vorverzinnt. Nach Abkühlung wird das Poti mit dem angelöteten Kontaktstift eingeführt und vor Erreichen der endgültigen Position der Anschlussdraht angelötet. Erst ganz zuletzt werden nach Abkühlung des Stecker die Kunststoffführungen wieder in die Steckeröffnung gepresst.

Ein Stück Schrumpfschlauch (Durchmesser 12,8 mm) ummantelt zusätzlich die Potieinfassung, verschließt die seitlichen Öffnungen und schützt die Lötsstelle. Der Schrumpfschlauch läßt sich beschriften oder bekleben – fertig!

Messwerte

Die Rückflussdämpfung S11 der Abschlusswiderstände wurden mit dem VNWA von DG8SAQ in einem Frequenzbereich von 1MHz bis 600 MHz bei 50 Ω gemessen. Im Smith-Diagramm ist bei beiden Widerständen einen kleine induktive Komponente erkennbar, die bei hohen Frequenzen die Rückflussdämpfung verschlechtert. Die Messwerte für die 100 Ω und 200 Ω Variante sind in der weiter unten stehenden Tabelle aufgeführt.

S11 des 100 Ω Abschlusswiderstandes bei 10m, 2m und 70cm
S11 des 200 Ω Abschlusswiderstandes bei 10m, 2m und 70cm

Rückflussdämpfung S11 bei 50 Ω in dB

FrequenzAbschlusswiderstand 100 Ω Abschlusswiderstand 200 Ω
29 MHz-43,0 dB-40,9 dB
144 MHz-29,5 dB-27,2 dB
444 MHz-19,6 dB-18,2 dB
500 MHz-18,4 dB-17,3 dB

Fazit: Kompakte, präzise einstellbare BNC-Abschlusswiderstände. Geringer Materialaufwand, etwas Arbeit.

Für KW und 2m-Band sehr gut einsetzbar, 70 cm nur bedingt.

Christian, DL9NL

Literatur:

[1]   Mreyen Rudolf, DK1PE: Einstellbare Abschlusswiderstände, CQ DL 11/2013, S. 790 ff, DARC Verlag GmbH

Schreibe einen Kommentar